Geschichte erlebbar machen – Zeitzeugen befragen

Geschichtsunterricht und Projekte leben durch die Berichte von Menschen, die hautnah dabei waren. Wer einmal bei uns in der Schule den bewegenden Berichten und Erzählungen von Justin Sonder gelauscht hat und ergriffen, beindruckt oder auch schockiert war, wie klar und ganz anders Geschichte vermittelt werden kann, weiß um die Wirkung von Zeitzeugen.

Geschichte teilt sich den Wortstamm mit Geschichten und genau diese sind es, die uns erleben lassen, was geschehen ist, sie zeigen, dass historische Ereignisse nicht nur anonyme Daten aus dem Lexikon sind, sondern, dass jedes dieser Ereignisse mit realen Menschen verbunden ist. Menschen, die gelebt, gewirkt, gekämpft, ausgehalten, gelitten haben, dass Ereignisse Freude und Schmerz, Liebe und Trauer auslösen können.

Der Geschichtsleistungskurs der Klasse 12 hatte sich auf die Diskussion zu den Balkan-Kriegen in den 90er Jahren gründlich vorbereitet mit Filmen und Lesematerialien, aber grau ist eben alle Theorie. Weit weg erscheint ein Krieg, trotz dass er in Europa stattgefunden hat. Meistens hat man keinen Bezug dazu, zu weit weg, zu lange her, keine Ahnung warum.  Dirk Angermann berichtete am Freitag, den 17.11.2018 von seinem Einsatz in Bosnien während des letzten Balkankrieges. Er selbst war Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr und bei den sogenannten Blauhelmen im Rahmen der Friedensmission am Balkan stationiert.

Mithilfe einer Präsentation und seinen Schilderungen, wie ein deutscher Soldat den Krieg und die Zerstörung erlebte, konnte der harte Weg der Staaten des ehemaligen Jugoslawiens in eine friedliche Zukunft anschaulich dargestellt werden. Anschauungsmaterialien, eine Uniform und Fototagebücher vertieften den Exkurs.

Nur wenige Tage später, im Rahmen des Projekts DDR hatten wir uns einen weiteren Zeugen eingeladen. Frau Herold, die in der DDR als Tochter eines so genannten „Kapitalisten“ kein Abitur ablegen durfte und auch sonst mit ihrer Familie, die ein eigenes Unternehmen besaß, verschiedenen Repressalien ausgesetzt war, berichtete über ihren Alltag in der DDR. Die Schüler löcherten sie mit Fragen zum Alltag, zu Jugend und Schule und zur Wirtschaft. Geduldig gab Frau Herold Auskunft.

Am nächsten Tag fuhren die Klassen 7 bis 11 nach Leipzig und sahen sich im zeitgeschichtlichen Museum und in der Stasi-Gedenkstätte um. Dort kamen sie mit weiteren Zeitzeugen, die die Wende in der DDR aktiv begleitet hatten, ins Gespräch und informierten sich nicht nur über Politik, sondern auch über Alltagskultur und Musik der Jugend in der DDR.

Geschichte muss erlebbar gemacht werden, damit die Fakten und Rückschlüsse die jungen Köpfe erreichen.

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Veröffentlich in der Kategorie "Gymnasium" am 17.12.2018

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