Vortrags-Reihe an der weiterführenden Schule

Montag, 8:30 Uhr, erster Tag der Weihnachtswoche in der weiterführenden Montessori-Schule: Ich, - Mutter einer Fünft-Klässlerin und neugierig darauf, womit sich die Kinder so den ganzen Tag beschäftigen-, darf heute mal Mäuschen sein...

Die Vortrags-Reihe, die heute stattfindet, dient der Präsentation von ausgearbeiteten Forschungs- oder Projektthemen, mit denen sich die Kinder in den letzten Monaten beschäftigt hatten. Sie konnten sich dazu melden, wer gern sein Thema vorstellen wollte, bekam an diesem Tag die Gelegenheit, im erweiterten Rahmen vor der gesamten Grundstufe zu sprechen.

Ich sitze gespannt im Klassenraum Sanddorn, mit mir etwa 120 SchülerInnen der Klassenstufen 5 bis 7, sowie etwa 10 Lehrer und Betreuer, die Musiklehrerin (natürlich) am Keyboard. Die Kinder der Holunder-Klasse läuten bzw. schlagen auf ihren Trommeln den Beginn der Veranstaltung ein, gefolgt von mehreren Weihnachtsliedern, die alle, naja, fast alle, mitsingen. Dann begrüßt Katha die Kinder, und es folgt eine Ankündigung der Vorträge. Die ersten 3 Redner stehen schon vor den gespannten Zuhören, nutzen die bereitgestellte Tafel, um Poster und Bilder zu zeigen. Und sind sicherlich mächtig nervös, vor so vielen Zuhörern zu sprechen ist für die meisten etwas Neues und löst Herzklopfen aus. Nach den ersten Sätzen sind sie aber sicher im Stoff und erläutern ihre Forschungsergebnisse zum Thema „Wie bewegen sich Pflanzen“. Der Vortrag ist sehr ausführlich, ich höre vieles, was mir gänzlich neu ist. Oder vielleicht war es mir nur entfallen, weil ich es auf andere Art lernen musste. Es ist sehr spannend und mir erscheint das Thema geeignet für die Wissenschaft, für Diplomarbeiten oder für Biologie-Studenten. Aber hier stehen 11- und 12jährige und bringen alles so selbstsicher rüber, dass ich merke: Die haben das selbst rausgefunden, erforscht, experimentiert, genau hingeschaut und haben selbst den „Aha-Effekt“ erlebt. Ich beneide sie ein wenig für diese Möglichkeit zu lernen, indem sie einfach das erforschen, was sie gerade interessiert.

Es folgen weitere Vorträge, alles in hoher Qualität, ich erfahre alles rund um den Zucker, ich höre von Schlangen und lerne, dass man niemals 2 männliche Schlangen zusammen im Terrarium halten soll, ich höre die Geschichte der Tower Bridge, auf der ich selbst schon stand, aber nichts darüber wusste. Ein Mädchen (ja, ein Mädchen!) erzählt über August den Starken, er hat es nur mit Müh und Not in den Fürstenzug geschafft, und auch nur mit nem versteckten Hinweis, der symbolisiert, dass er viele weibliche Herzen gebrochen hat  So geht das weiter, alle Themen sind sauber ausgearbeitet und die Vorträge haben Struktur und Inhalt. Es geht nach Griechenland – Kalimera, per Powerpoint wird erklärt was ein Perpetuum mobile ist und warum es nicht funktionieren kann. Anemonenfische (Clownfisch ,Nemo) fühlen sich glitschig an, weil sie von den Anemonen „signiert“ werden. Ein Integrativschüler erzählt, was ihn am Triceratops fasziniert. Die kleinen Äffchen aus dem Regenwald, die Elefanten, die Kängurus werden vorgestellt und ausführlich beschrieben. Zwischendrin noch was ganz anderes, die Holunder Kinder führen den „Handschuh“ von Schiller mit kleinen Strohhalm-Figuren auf. Erst ganz klassisch auf deutsch und dann noch mal auf sächsisch.

Am Ende verliest Ellen eine mehrseitige, selbstverfasste Weihnachtsgeschichte mit wichtiger Botschaft: Weihnachten soll ausfallen, weil die Kinder auf der ganzen Welt so gierig sind und gar nicht mehr im Blick haben, worum es bei Weihnachten geht. Natürlich ging es gut aus, aber es wurde deutlich, dass wir alle mal wieder drüber nachdenken sollten, dass eigentlich die Familie und die Liebe im Vordergrund stehen, auch und gerade für die Kinder.

Ich verlasse die Schule gegen Mittag, entspannt und glücksselig, angefüllt mit neuem Wissen, das ich nie wieder vergessen werden, beseelt von der Toleranz und der Aufmerksamkeit, die allen vortragenden Kindern entgegengebracht wurde, und mit dem prächtigen Gefühl, mein Kind an einer tollen Schule zu wissen.

 

Danke, dass ich euer Gast sein durfte
Maika Maudrich

Veröffentlich in der Kategorie "Oberschule" am 16.12.2013

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